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Volkshalle & 
Festplatz

„Fom Easse ean Dreangge ernied mer sich.“

Die Allendorfer Kirmes gehört zu den ältesten und lebendigsten Traditionen der Stadt. Ursprünglich entstand sie als Kirchweihfest zur Erinnerung an die Weihe der Kirche und entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem bedeutenden Volksfest für die gesamte Bevölkerung. Während in vielen Orten die Kirmes nach der Ernte gefeiert wurde, findet sie in Allendorf bis heute traditionell am letzten Juliwochenende statt.


Nach dem Gottesdienst zog ein Festumzug mit Blaskapelle und Kirmesburschen durch die Straßen der Stadt. Bevor Zelte zum festen Bestandteil wurden, fanden die Feierlichkeiten in den Sälen der Allendorfer Gasthäuser statt. Die Kirmesburschen bildeten einen eigenen Jahrgang und organisierten das Fest in Eigenregie – eine Tradition, die ihren Ursprung bereits im 19. Jahrhundert hat. Die Mädchen erschienen in langen weißen Kleidern, während die Burschen reich bestickte Schürzen trugen, die von ihren Tanzpartnerinnen angefertigt worden waren. Mit diesen Schürzen erwarben sie symbolisch das Recht auf den Eröffnungstanz.

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Der nahe bei der Volkshalle gelegene Sportplatz war Ort harter Duelle zwischen den Allendorfer Fußballern und denen aus den umliegenden Dörfern.

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Die erste Nachkriegs-Kirmes fand 1948 statt.

Die Kirmes dauerte einst bis zu vier Tage. Am Montag zogen die Kirmesburschen mit Musik durch den Ort und brachten den Bürgern und Gewerbetreibenden Ständchen. Als Dank erhielten sie Geldspenden für die Kirmeskasse. Nicht immer sahen die Behörden das ausgelassene Treiben gern. Wegen der langen Feierdauer, des Alkoholkonsums und gelegentlicher Schlägereien versuchte die Obrigkeit zeitweise, die Kirmes zu verkürzen oder stärker zu reglementieren. Dennoch blieb sie fester Bestandteil des Dorflebens.

 

Seit 1976 wird die Allendorfer Kirmes von der Burschenschaft „Arriva 76“ organisiert. Sie verbindet bis heute jahrhundertealte Bräuche mit modernen Festformen und bewahrt damit eines der wichtigsten kulturellen Ereignisse der Stadt. Die Kirmes ist weit mehr als ein Volksfest – sie ist Ausdruck von Gemeinschaft, Zusammenhalt und gelebter Heimatgeschichte.

Klaus Peter Wagner: Vereinsvielfalt

In Allendorf gab es früher mehr als 30 Vereine. In vielen von ihnen war Klaus Peter Wagner Mitglied. Er interessierte sich für Sport, Natur, Musik und Geselligkeit. Bis heute erinnert er sich gerne an die Vereinsaktivitäten von damals zurück.

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An diesem Ort

Mit der Vertreibung der Deutschen aus dem Sudetenland fanden ab 1946 zahlreiche Familien aus Herzogwald in Allendorf eine neue Heimat. Sie brachten nicht nur Erinnerungen und persönliche Gegenstände mit, sondern auch ihre Feste und Bräuche. Ein wichtiger Treffpunkt war zunächst die ehemalige Volkshalle, in der die Heimatvertriebenen und Geflüchteten ihre Fastnachtsveranstaltungen feierten. Musik, Tanz, Büttenreden, Kostümierungen und geselliges Beisammensein halfen, neue Wurzeln zu schlagen. Aus diesen Begegnungen entstanden Freundschaften und ein lebendiges Vereinsleben, das die Kultur der Heimatvertriebenen dauerhaft in Allendorf verankerte. Mit der Patenschaft zwischen Allendorf und Herzogwald sowie regelmäßigen Heimattreffen blieb die Erinnerung an die verlorene Heimat bis heute lebendig und wurde zu einem festen Bestandteil der Allendorfer Stadtgeschichte.

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Mitglieder der Herzogwälder Vertriebenen pflanzten 1982 an der Hombergwiese eine Linde zum Gedenken an ihre Vertreibung 1946.

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