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Kirche 

„Der wär oam läibsde wärdoags Poanner ean sonndoags Schullehrer.“

Seit Jahrhunderten prägt die Kirche das Bild von Allendorf/Lumda. Ihr Turm findet sich bereits auf Zeichnungen und Stichen aus dem Mittelalter. Sie war und ist bis heute weit mehr als ein Ort des Gottesdienstes: Hier werden Kinder getauft, Ehen geschlossen und Verstorbene verabschiedet. Über Generationen hinweg begleitete sie die Menschen durch alle wichtigen Stationen ihres Lebens und war zugleich Mittelpunkt des religiösen und auch gesellschaftlichen Lebens der Stadt.


Der mächtige Kirchturm erzählt bis heute von einer Zeit, in der Sicherheit ebenso wichtig war wie der Glaube. Er entstand bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts und war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Seine schmalen Fenster und die wehrhafte Bauweise erinnern daran, dass die Bevölkerung hier bei Angriffen und Belagerungen Schutz suchen konnte. Erst später entwickelte sich um den Turm die Kirche, wie sie heute zu sehen ist.


Mit dem Wachstum Allendorfs wuchs auch das Gotteshaus. Aus einem einfachen Kirchenschiff entstand nach und nach eine größere Kirche, die den Bedürfnissen der Gemeinde entsprach. Mehrere verheerende Brände, darunter die Stadtbrände von 1479, 1634 und 1728, machten immer wieder umfangreiche Wiederaufbauarbeiten erforderlich. Jede Generation hinterließ dabei ihre eigenen Spuren und trug dazu bei, die Kirche zu erhalten und weiterzuentwickeln.

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Blick auf den Kirchturm aus der Marktstraße, Foto aus den 1950er Jahren.

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Das Innere des Kirchturms ist bis heute zugänglich bis in die Spitze. Das Foto zeigt das Zwischengeschoss unter den Glocken.

Auch das benachbarte Pfarrhaus erzählt von früheren Lebensverhältnissen. Es gehörte zu den städtischen Gebäuden und wurde nach dem großen Brand von 1728 neu errichtet. Pfarrer waren damals häufig auf Selbstversorgung angewiesen. Zum Pfarrhof gehörten deshalb neben dem Wohnhaus auch Wirtschaftsgebäude wie Scheune, Schweinestall und Holzschuppen. Im Inneren der Kirche erinnern bis heute zahlreiche Ausstattungsstücke an die lange Geschichte des Gotteshauses.

 

Besonders bemerkenswert ist das Gehäuse der Allendorfer Orgel. Es stammt von den heimischen Orgelbauern Johannes und Balthasar Wagner. Gemeinsam mit der ältesten erhaltenen Glocke von 1728 steht sie für das handwerkliche Können vergangener Jahrhunderte und macht die Kirche bis heute zu einem Ort, an dem sich Geschichte, Glaube und das Leben der Stadt auf besondere Weise verbinden.

An diesem Ort

Der Kirchturm entstand bereits in der Mitte des 13. Jahrhunderts und war ursprünglich Teil der mittelalterlichen Wehranlagen Allendorfs. Seine Bauweise mit den schmalen Öffnungen erinnert noch heute an diese Funktion.

 

Im 14. Jahrhundert wurde an den Turm ein erstes Kirchenschiff angebaut. Mit dem Wachstum der Stadt folgten später die seitlichen Erweiterungen. Nach den Bränden von 1479, 1634 und 1728 wurde die Kirche mehrfach wiederaufgebaut. Im Zuge des Wiederaufbaus nach 1728 erhielt das Kirchenschiff seine heutige Höhe. Aus dieser Zeit stammen auch die älteste Glocke sowie das benachbarte Pfarrhaus.

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Kirchendiener Karl Otto Reinhardt leutete bis in die 1970er Jahre per Hand die Glocken hoch oben im Turm.

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